Meine Vorratsdosen-Sammlung begann mit einer einzigen Blechdose für Mehl, die ich für fünfzig Cent auf einem Kirchenflohmarkt kaufte, weil mir die verschnörkelte Schrift darauf gefiel. Zwei Jahre später standen bei mir über dreißig Dosen aus Blech und Steingut in der Küche, in Regalen, auf der Anrichte und, ehrlich gesagt, auch einige im Keller, weil einfach kein Platz mehr war. An diesem Punkt musste ich mir eingestehen, dass Sammeln ohne Ordnung schnell in Chaos umschlägt, egal wie hübsch jedes einzelne Stück für sich ist.
Blech oder Steingut: zwei sehr verschiedene Welten
Blechdosen sind leicht, meist bunt bedruckt oder lackiert, und eignen sich gut für trockene Zutaten wie Tee oder Gewürze, weil sie nicht auslaufen können, wenn mal Feuchtigkeit eindringt. Steingutdosen dagegen sind schwerer, oft schlicht in Weiß oder Creme mit aufgemalter Beschriftung, und halten die Temperatur im Inneren gleichmäßiger, was sie für Mehl und Zucker besonders geeignet macht. Ich mische beide bewusst, aber halte mich an eine Regel: nie mehr Blech- als Steingutdosen in einer Reihe, sonst wirkt das Regal schnell wie ein Ramschtisch.
Beschriftungen als heimliches Ordnungsprinzip
Viele alte Dosen tragen noch die originale Aufschrift, Mehl, Zucker, Reis, Kaffee, oft in verschnörkelter Schrift, die selbst dann noch charmant wirkt, wenn die Farbe stellenweise abblättert. Ich sortiere meine Sammlung konsequent nach diesen Beschriftungen und stelle nie zwei Dosen mit derselben Aufschrift nebeneinander, selbst wenn ich beide besitze. So wirkt die Reihe wie ein durchdachtes Set und nicht wie ein Sammelsurium doppelter Fundstücke, was bei mir anfangs tatsächlich mehrfach vorkam, bevor ich diese Regel für mich entdeckte.
Regalordnung: weniger sichtbar ist mehr
Auf der offenen Anrichte stehen bei mir nur acht Dosen, sortiert nach Höhe von links nach rechts, mit den täglich gebrauchten Sorten wie Kaffee und Tee ganz vorn. Alles andere aus der Sammlung wandert in einen geschlossenen Schrank, wo es zwar aus dem Blick, aber nicht aus dem Haus verschwunden ist. Diese Trennung zwischen Schauseite und Vorrat war der eigentliche Wendepunkt: Sobald nicht mehr jede einzelne Dose sichtbar sein musste, wirkte die Küche insgesamt viel ruhiger, obwohl die Sammlung selbst nicht kleiner geworden war.
Was tatsächlich hineindarf
Nicht jede Dose bekommt bei mir Lebensmittelkontakt. Alte Blechdosen mit Rost im Inneren fülle ich grundsätzlich nicht mehr mit offenen Nahrungsmitteln, sondern nutze sie für Küchenpapier, Servietten oder kleine Backutensilien. Nur Dosen mit intaktem Inneren, ohne Rost oder abblätternde Farbe, kommen bei mir überhaupt in Kontakt mit Mehl oder Reis, und selbst dann meist mit einem zusätzlichen Beutel darin, einfach zur Sicherheit.



