Im Haus meiner Großmutter in der Nähe von Delft hing im Flur eine ganze Wand voller blauweißer Teller, manche mit Windmühlen, manche mit Schiffen, einer sogar mit einem etwas schief gemalten Kuhbild, das sie besonders liebte. Als Kind fand ich diese Wand einschüchternd, fast wie eine Ahnengalerie, aber heute, mit einer eigenen kleinen Sammlung im Flur meines deutschen Hauses, verstehe ich, warum sie das so wichtig fand. Es sind keine Deko-Objekte im eigentlichen Sinn, es sind kleine Fenster in eine andere Zeit, und jede Wand voller Teller erzählt am Ende die Geschichte einer ganz bestimmten Familie.
Tellerhalter: die unsichtbare Technik
Der wichtigste Trick beim Aufhängen ist, dass man den Halter praktisch nicht sehen soll. Ich verwende Federklammern aus Metall, die den Teller am Rand greifen und über einen kleinen Haken an der Wand hängen, sodass von vorne nur der Teller selbst sichtbar bleibt. Bei meiner Großmutter waren es noch klobigere Halter aus Draht, die man deutlich sah, aber die moderneren Varianten sind so schlank, dass selbst dünnere, ältere Teller sicher sitzen, ohne dass ein Riss entsteht, den man beim Andruck leicht übersieht.
Anordnung: symmetrisch oder erzählend
Meine Großmutter hängte streng symmetrisch, in Reihen, nach Größe sortiert. Ich mache es lieber erzählend: ein großer Teller in der Mitte, kleinere darum herum, mit unterschiedlichen Abständen, sodass die Wand wie eine Sammlung wirkt und nicht wie ein Regal. Vor dem Bohren lege ich immer erst alle Teller auf dem Boden aus, in der geplanten Form, und laufe ein paarmal daran vorbei, weil ein Foto von oben oft täuscht und man erst im Vorbeigehen merkt, ob ein Abstand stimmt oder nicht.
Echt und Nachbau mischen
Nicht jeder Teller in meiner Sammlung ist alt. Manche sind neuere Nachbildungen, die ich bewusst dazwischenhänge, weil echte antike Delfter Teller mit den Jahren teuer und selten geworden sind. Ich habe neulich in einem Online-Shop ein Delfter-Blau-Fliesenbild mit deutschem Schäferhund gesehen, das mit einem Augenzwinkern beide meiner Heimatländer verbindet, und ich überlege ernsthaft, es zwischen die alten Stücke zu hängen. Die Mischung stört mich nicht, solange die Grundfarbe und der Glanz einigermaßen zusammenpassen.
Für mich zählt am Ende nicht das Echtheitszertifikat, sondern ob die Wand beim Betreten des Flurs ein Gefühl von Zuhause auslöst, so wie es bei meiner Großmutter der Fall war.



