Die erste Zinkwanne, die ich bepflanzt habe, stand vorher jahrelang auf einem Bauernhof bei uns in der Nähe, halb versteckt hinter dem Hühnerstall, voller Dellen und mit einem Loch, das schon von selbst da war. Der Bauer wollte fünf Euro dafür haben und schaute mich an, als hätte ich ihn nach seinem Traktor gefragt. Ich habe sie trotzdem mitgenommen, auf dem Beifahrersitz, weil sie nicht in den Kofferraum passte, und den ganzen Weg nach Hause dachte ich, mein Auto riecht jetzt für immer nach Hühnerstall. Tat es zum Glück nicht.
Löcher bohren, ohne die Wanne zu ruinieren
Zink ist weicher, als man denkt, aber auch spröder an den Nähten. Ich bohre inzwischen immer von innen nach außen, mit einem kleinen Metallbohrer, langsam und mit wenig Druck, sonst reißt das Material an den gefalzten Kanten ein. Beim allerersten Versuch habe ich zu schnell gebohrt und einen hässlichen Riss produziert, den ich bis heute mit einem Farntopf kaschiere. Fünf bis sechs Löcher im Boden reichen bei einer mittelgroßen Wanne, gleichmäßig verteilt, nicht nur in der Mitte, sonst staut sich das Wasser trotzdem an den Rändern.
Drainage ist keine Nebensache
Weil Zinkgefäße innen glatt sind, läuft Wasser dort schlechter ab als in einem Tontopf. Ich lege deshalb immer eine Schicht Blähton oder grobe Kieselsteine auf den Boden, bevor die Erde reinkommt, gut fünf Zentimeter hoch. Ohne diese Schicht stand bei mir einmal nach einer Regenwoche das Wasser tatsächlich im Wurzelbereich, und die Pflanze hat es mir mit gelben Blättern übelgenommen. Seitdem gehört diese Schicht für mich zum Ritual, genauso selbstverständlich wie das Gießen selbst.
Was in Zink und alten Gießkannen wirklich gedeiht
Am besten funktionieren bei mir Kräuter und Pflanzen, die keine tiefen, empfindlichen Wurzeln brauchen: Thymian, Geranien, kleine Sukkulenten in der durchlöcherten Gießkanne, die inzwischen als Deko auf der Fensterbank steht statt wirklich zu gießen. Zink heizt sich in der Sommersonne stärker auf als Ton, deshalb stelle ich größere Wannen lieber in Halbschatten oder achte auf regelmäßiges Gießen an heißen Tagen. Tiefwurzler wie Rosen würde ich in solchen Gefäßen eher meiden, dafür sind sie schlicht nicht gemacht, egal wie hübsch sie aussehen.



