Alte verwitterte Metall-Gießkanne neben einem Terrakottatopf im gedämpften Licht eines Gartenschuppens

Gartendeko

Zinkwannen und Gießkannen als Pflanzgefäße

Veröffentlicht 30. März 2026

Foto: WayneRay · Public domain · Wikimedia Commons

Die erste Zinkwanne, die ich bepflanzt habe, stand vorher jahrelang auf einem Bauernhof bei uns in der Nähe, halb versteckt hinter dem Hühnerstall, voller Dellen und mit einem Loch, das schon von selbst da war. Der Bauer wollte fünf Euro dafür haben und schaute mich an, als hätte ich ihn nach seinem Traktor gefragt. Ich habe sie trotzdem mitgenommen, auf dem Beifahrersitz, weil sie nicht in den Kofferraum passte, und den ganzen Weg nach Hause dachte ich, mein Auto riecht jetzt für immer nach Hühnerstall. Tat es zum Glück nicht.

Löcher bohren, ohne die Wanne zu ruinieren

Zink ist weicher, als man denkt, aber auch spröder an den Nähten. Ich bohre inzwischen immer von innen nach außen, mit einem kleinen Metallbohrer, langsam und mit wenig Druck, sonst reißt das Material an den gefalzten Kanten ein. Beim allerersten Versuch habe ich zu schnell gebohrt und einen hässlichen Riss produziert, den ich bis heute mit einem Farntopf kaschiere. Fünf bis sechs Löcher im Boden reichen bei einer mittelgroßen Wanne, gleichmäßig verteilt, nicht nur in der Mitte, sonst staut sich das Wasser trotzdem an den Rändern.

Drainage ist keine Nebensache

Weil Zinkgefäße innen glatt sind, läuft Wasser dort schlechter ab als in einem Tontopf. Ich lege deshalb immer eine Schicht Blähton oder grobe Kieselsteine auf den Boden, bevor die Erde reinkommt, gut fünf Zentimeter hoch. Ohne diese Schicht stand bei mir einmal nach einer Regenwoche das Wasser tatsächlich im Wurzelbereich, und die Pflanze hat es mir mit gelben Blättern übelgenommen. Seitdem gehört diese Schicht für mich zum Ritual, genauso selbstverständlich wie das Gießen selbst.

Was in Zink und alten Gießkannen wirklich gedeiht

Am besten funktionieren bei mir Kräuter und Pflanzen, die keine tiefen, empfindlichen Wurzeln brauchen: Thymian, Geranien, kleine Sukkulenten in der durchlöcherten Gießkanne, die inzwischen als Deko auf der Fensterbank steht statt wirklich zu gießen. Zink heizt sich in der Sommersonne stärker auf als Ton, deshalb stelle ich größere Wannen lieber in Halbschatten oder achte auf regelmäßiges Gießen an heißen Tagen. Tiefwurzler wie Rosen würde ich in solchen Gefäßen eher meiden, dafür sind sie schlicht nicht gemacht, egal wie hübsch sie aussehen.

Häufige Fragen

Braucht jede Zinkwanne unbedingt Abflusslöcher?
Für dauerhafte Bepflanzung ja, sonst staut sich Wasser und die Wurzeln faulen. Nutzt man die Wanne nur als Übertopf für einen Kunststofftopf, kann man auf Löcher verzichten und muss stattdessen überschüssiges Wasser regelmäßig abgießen.
Rostet oder korrodiert Zink im Garten schnell?
Zink bildet mit der Zeit eine graue Patina, die das Material eigentlich schützt, anders als Eisen. Diese Patina ist normal und kein Zeichen von Verfall, ich lasse sie inzwischen bewusst stehen, weil sie den Wannen erst den richtigen Look gibt.
Welche Pflanzen eignen sich für alte Gießkannen als Topf?
Kleine, flach wurzelnde Pflanzen wie Sukkulenten, Erdbeeren oder niedrige Kräuter passen am besten, weil der Innenraum meist begrenzt ist. Für große, durstige Pflanzen sind Gießkannen als Dauertopf ungeeignet, dafür fehlt schlicht das Volumen.
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